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Berlin

Praxisgebühr-Kuhhandel verstärkt Altersarmut

Zum Medienbericht über die Abschaffung der Praxisgebühr erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

 

Das Praxisgebühr-Aus im Kuhhandel gegen das Betreuungsgeld zu tauschen, ist ein fataler Schildbürgerstreich. Dabei wäre für die Patientinnen und Patienten viel erreicht, wenn die Praxisgebühr wirklich fällt. Insbesondere chronisch kranke, ältere und behinderte Menschen würden dadurch entlastet. Es bringt aber nichts, wenn gleichzeitig die Weichen zu mehr Armut im Alter gestellt werden. Denn die Gefahr ist groß, dass die Altersarmut mit dem Betreuungsgeld wächst. Insbesondere Frauen wären betroffen. Jeder weiß, dass die Mischung aus unterbrochenen und schlecht entlohnten Arbeitsverhältnissen niedrige Renten verursacht. Mit dem Betreuungsgeld wird diese Abwärtsspirale staatlich gefördert. Dieser Preis ist zu hoch, um den Koalitionsfrieden zu erhalten.

 

Zudem darf das Aus der Praxisgebühr nicht bewirken, dass erneut Zusatzbeiträge auf der Tagesordnung stehen. Es gibt Möglichkeiten, um dies zu verhindern. Kompensieren lässt sich zum Beispiel mit den Überschüssen im Gesundheitsfonds. Langfristig kann der Wiedereinstieg in ein paritätisch finanziertes Gesundheitssystem zu einer gerechteren Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung führen.

 

V.i.S.d.P.: Benedikt Dederichs




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