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Berlin

Armutsbericht ohne Tabus diskutieren

Anlässlich der aktuellen Debatte über den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

Wer die Armutsentwicklung in Deutschland klein redet, versteht nicht, was die Stunde geschlagen hat. Bei diesem Thema gehören alle Fakten auf den Tisch. Koalitionsinterne Machtkämpfe um verlängerte Abgabefristen und geschönte Formulierungen im Armutsbericht der Bundesarbeitsministerin sind mit Blick auf den Ernst der Lage beschämend. Denn mit verzerrten Analysen und einer Politik des Vertagens sind die Gefahren und sozialen Folgen gestiegener Armutsrisiken nicht zu bändigen. Neben den offiziellen Daten ist von einer hohen Dunkelziffer verdeckter Armut in unserer Gesellschaft auszugehen. Gründe hierfür sind oft Scham und Unwissenheit  sozial benachteiligter sowie älterer Menschen. Mit diesen Gefühlen darf die Politik nicht spielen. Eine wahrhaftige Debatte ohne Tabus kann die Chance eröffnen, wirksame Hilfsmaßnahmen zu entwickeln. Dazu gehört insbesondere ein umfassendes Programm gegen soziale Ausgrenzung und für mehr Verteilungsgerechtigkeit.

V.i.S.d.P.: Benedikt Dederichs




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