a 

SoVD Nordrhein-Westfalen e.V.

Sie befinden sich hier: Sozialverband Deutschland e.V. > Presse > Pressemitteilungen Landesverband > Archiv 2007 > Pressemitteilung vom 05.06.07


Pressemitteilung vom 05.06.07

Düsseldorf

SoVD zu 'Eckpunkte Landesheimgesetz': Daheim statt Heim muss das Ziel sein

Zu den „Eckpunkten für ein Landesheimgesetz NRW“ erklärt die Landesvorsitzende des SoVD NRW, Marianne Saarholz:

„Der Sozialverband Deutschland betont, dass die Weiterentwicklung des Heimrechts grundsätzlich länderübergreifend einheitlich und nicht von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich erfolgen sollte. Denn pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen müssen darauf vertrauen können, dass bundesweit einheitlich hohe Standards und Regeln gelten. Wir stellen auch klar: Aufgabe des Heimrechts ist der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner und nicht die Entlastung der Träger.

Der SoVD begrüßt, dass die Normalisierung der Wohn- und Lebensbedingungen Richtschnur für das Landesheimgesetz sein soll. Um dies zu erreichen, muss aber vorrangig die häusliche Pflege gestärkt werden. Daheim statt Heim muss das Ziel sein.

Pflegemängel sind oftmals das Ergebnis von personeller Unterbesetzung. Wir warnen daher nachdrücklich vor einer Aufweichung der Mindestfachkraftquote. Diese muss erhalten bleiben. Um dem Anspruch einer ganzheitlichen Pflege gerecht zu werden, sollte das Gesetz auch den Einsatz multiprofessioneller Teams regeln.

Jeder Mensch hat ein Recht auf den Schutz der Privatsphäre. Es muss sichergestellt werden, dass jede/r Heimbewohner/in ein Einzelzimmer in wohnlicher Größe beziehen kann. Dreibettzimmer sind zu untersagen. Des Weiteren müssen sich die baulichen Anforderungen daran orientieren, Pflegeheime in Zukunft kleiner und überschaubarer zu gestalten. Nur so können in Stadtteilen und Wohnquartieren kleinräumige Netzwerke entstehen, die ambulante und stationäre Pflege- und Unterstützungsangebote sinnvoll verbinden. Bislang liegt die durchschnittliche Heimgröße in NRW (82 Plätze) über dem Bundesdurchschnitt (73 Plätze)[1].

Der SoVD begrüßt, dass Heimkontrollen künftig unangemeldet erfolgen sollen. Für eine wirksame Kontrolle ist aber eine unabhängige und personell gestärkte Heimaufsicht unverzichtbar. Auch die Veröffentlichung der Prüfberichte würde zur Transparenz beitragen.

In keiner Weise nachvollziehbar ist, dass die Eckpunkte den Teilhabeanspruch für behinderte, nicht aber für pflegebedürftige alte Menschen anerkennen. Pflegebedürftige Menschen sind immer auch behinderte Menschen. Teilhabe und Menschenwürde gelten für alle Menschen.“

Zur kompletten Stellungnahme des SoVD NRW zu "Eckpunkten für das Landesheimgesetz".


[1] Quelle: Erster Heimbericht der Bundesregierung (BMSFSJ 2006)




Service Navigation:


>> Zum Seitenanfang