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Landesfrauentagung 2009

Hier die Beschreibung des Bildes

Mitglieder des Landesfrauenausschuss und die Frauensprecherinnen der Kreise und Bezirke diskutierten aktuelle Themen zur Frauenpolitik.

Landesfrauentagung 2009

Rückschritte in der Frauenpolitik angeprangert

Auf ihrer zweitägigen Arbeitstagung im Haus am Kurpark (ehemals Erholungszentrum) haben die Mitglieder des Landesfrauenausschuss sowie die Frauensprecherinnen aus den Kreis- und Bezirksverbänden des SoVD NRW aktuelle Fragen zur Frauenpolitik diskutiert. Die Frauen richteten ihren Blick dabei insbesondere auf die aktuelle Gesundheits- und Bildungspolitik.

 Den Auftakt bot nach der Begrüßung der Teilnehmerinnen durch Landesfrauensprecherin Uta Schmalfuß das Referat von Daniel Kreutz, sozialpolitischer Referent des SoVD NRW. Er analysierte in seinem Vortrag die Frauenpolitik des Landes NRW. Die Landesregierung habe sich von der Frauenförderpolitik weitestgehend entfernt und stelle die Familienpolitik in den Vordergrund. In der anschließenden Diskussion kritisierten die Teilnehmerinnen die Rückschritte in der Landesfrauenpolitik sowie die Tatsache, dass durch die Zerschlagung der Regionalstellen Frau und Beruf sowie der Fachstelle Frau und Gesundheit wertvolle Fachkompetenz verloren gegangen ist.

Das zentrale Thema der Landesfrauentagung war die Gesundheitspolitik. Der Landesfrauenausschuss konnte als Referenten Klaus Kirschner gewinnen. Er war über 20 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Sozialausschuss. Seine umfassenden Kenntnisse bringt er seit 2007 als Mitglied des Sozialpolitischen Ausschuss in den SoVD-BUndesverband ein. Kirschner kritisierte die zunehmende Ökonomisierung und Entsolidarisierung in der Sozialversicherung. Er sprach sich für eine Stärkung der solidarischen Krankenversicherung aus. Die Entwicklung hin zur Zwei- und Dreiklassenmedizin sei der falsche Weg und müsse gestoppt werden. Kirschner wies auf Belastungen hin, die in Zukunft einseitig auf die Versicherten zukommen. Während der Arbeitgeberanteil auf sieben Prozent festgeschrieben werde, müssten Versicherte 0,9 Prozent mehr alleine tragen. Weiterhin erläuterte Kirschner die Funktion des Gesundheitsfonds, der einen Finanzausgleich zwischen den Kassen schaffen soll. Da der Fonds unterfinanziert sei, würde die erforderlichen Zusatzbeiträge ebenfalls auf die Versicherten abgewälzt.

Im Anschluss referierten Renate Falk und Anne-Dörthe Lorenz, beide Mitglieder des Landesvorstandes und des Landesfrauenausschuss, zur Bildungspolitik. Sie behandelten das Thema „Eine Schule für alle“ auf eine erfrischende Art und diskutierten engagiert mit den Teilnehmerinnen über das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderter Kindern. Im Fokus stand dabei auch das Elternwahlrecht. Die Frauen waren sich einig, dass es nicht hinzunehmen ist, wenn Kinder mit Behinderungen gegen den Willen der Eltern Sonderschulen besuchen müssen.

Zum Abschluss der Tagung gab Landesfrauensprecherin Uta Schmalfuß einen Ausblick auf die Aktivitäten im neuen Jahr. So soll in einer zentralen Aktion in Düsseldorf auf die Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern hingewiesen werden. Die Landesfrauensprecherin rief alle Kreis- und Bezirksverbände zur Solidarität und Teilnahme an der Protestaktion auf. Der genaue Termin und weitere Einzelheiten werden noch bekannt gegeben.

 




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