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SoVD-Frauen fordern: Barrierefreie Arztpraxen

Barrierefreie Arzpraxen

Frauenpolitischer Ausschuss sieht Handlungsbedarf

In der Sitzung des Frauenpolitischen Ausschusses am 9. Februar 2015 diskutierten die Mitglieder des Frauenausschusses über den Mangel an barrierefreien Arztpraxen in NRW.

In Deutschland hat jeder Mensch das Recht auf eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch das Recht auf freie Arztwahl. Dies sieht in der Realität leider häufig anders aus. Denn Menschen mit Behinderung treffen in ihrem Alltag überall auf Barrieren. Diese Barrieren sind baulicher Art, aber auch häufig auf der Kommunikations-, Informations- und Einstellungsebene zu finden. So werden Menschen mit Behinderung bei der ärztlichen Versorgung benachteiligt. Sie können dieses Recht aufgrund mangelnder Barrierefreiheit nicht immer wahrnehmen. Dabei ist ein vertrauensvolles Verhältnis von Patient zu Arzt sehr wichtig in einem sensiblen Bereich wie dem Gesundheitswesen.

Zudem existiert ein unzureichendes Informationsangeboten zu barrierefreien Arztpraxen. Häufig fehlt auch das Verständnis für den Begriff „barrierefrei“, da dieser oft mit „rollstuhlgerecht“ gleichgesetzt wird.

„Frauen mit Behinderung sind doppelt benachteiligt. Zum einen wegen ihres Geschlechts. Auch heute noch ist die Medizin am Mann ausgerichtet. Zum anderen wegen ihrer Behinderung. Deshalb müssen im gesamten Gesundheitsbereich geschlechtsspezifische Maßnahmen zur Beseitigung dieser Benachteiligungen eingeführt und ausgebaut werden. Insbesondere muss die gynäkologische Versorgung von Frauen mit Behinderung sichergestellt werden“, so die Landesfrauensprecherin Gabriele Helbig.

Das Thema Behinderung muss systematisch in Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe integriert werden. So ist es wichtig Kommunikations- und Informationsdefizite zu beseitigen, denn Menschen mit Behinderung möchten ernst genommen werden. Es geschieht immer wieder, dass statt der Patientin die Begleitperson angesprochen wird.

Deshalb fordern die Frauen des Frauenpolitischen Ausschusses:

- eine verbesserte Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Barrierefreiheit

- die Schulung des Personals im Umgang mit Menschen mit Behinderung

und Barrierefreiheit als Zulassungsvoraussetzung von Praxen




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