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Landesfrauensprecherin unterstützt Aktion "Vergewaltigung verurteilen! Ihre Stimme! Jetzt!"

Die Zahl der von Gewalt betroffenen Frauen nimmt Jahr für Jahr zu. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass jede 7. Frau in Deutschland Opfer einer Vergewaltigung wird. Im Gegensatz dazu kommt es in Deutschland nur zu ungefähr 8.000 Anzeigen. Denn die meisten Frauen entscheiden sich dazu eine Vergewaltigung nicht anzuzeigen. So gibt es eine hohe Dunkelziffer der Opfer von Vergewaltigungen. Oft bekommt keiner etwas davon mit. Neben Schamgefühl liegt auch im deutschen Recht ein Grund für den geringen Anteil von angezeigten Vergewaltigungen. Nur ein Bruchteil der Täter wird verurteilt. Wenn der Täter nicht verurteilt wird, beginnt ein Spießrutenlauf für die Opfer. Denn in ihrem sozialen Umfeld werden die betroffenen Frauen oft als Lügnerin dargestellt. Dabei liegt die Quote von Falschanschuldigungen bei nur knapp 3 Prozent.

Im deutschen Strafrecht sind nicht alle Fälle, in denen sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person ausgeübt werden, strafbar. Erst durch eine Änderung des Sexualstrafrechts kann auch die Europarechtskonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen von Deutschland ratifiziert werden. Denn hier heißt es: Alle nicht-einvernehmlichen sexuellen Handlungen müssen unter Strafe gestellt werden.

Deshalb machen die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) mit der Frage „Vergewaltigung in Deutschland – ein strafloses Delikt?“ auf ihre Kampagne aufmerksam. Im bff sind rund 170 Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe zusammengeschlossen. Seit mehr als 30 Jahren finden Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, durch diese unkompliziert und wohnortnah Hilfe. Der bff richtet sich mit der Postkartenaktion „Vergewaltigung verurteilen – Ihre Stimme jetzt!“ an den Justizminister Heiko Maas.

Auf vielfachen Wunsch gibt es die Aktion jetzt auch als Online-Petition. Man findet sie im Internet unter www.change.org/neinheisstnein. Die Landesfrauensprecherin Jutta König bittet daher um Unterstützung der Kampagne. Die Unterschriften der Petition werden gemeinsam mit den Postkarten dem Justizministerium übergeben.

„Laut Gesetz sind sexuelle Handlungen allein gegen den Willen einer Person nicht strafbar. Denn für eine Verurteilung reicht es nicht aus, wenn eine Frau weint oder fleht von ihr abzulassen. Sie muss sich körperlich wehren. Für viele Frauen ist dies aus Angst oder der körperlichen Stärke des Mannes nicht möglich. Deshalb unterstützen wir die Aktion der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe und die Forderung nach einem modernen Sexualstrafrecht. Es sollen alle nicht-einvernehmlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen. Wir haben in NRW schon über 250 Postkarten ausgefüllt und an den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe übergeben.“, so Jutta König, Landesfrauensprecherin des SoVD NRW e.V.




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