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Der Sozialverband SoVD auf der internationalen Fachmesse Rehacare

Nach dem Bürgerfest des SoVD in Berlin stand für den Landesverband NRW Anfang Oktober direkt das nächste Highlight vor der Tür: die international renommierte Gesundheitsfachmesse Rehacare in Düsseldorf. Vier Tage, die zwar anstrengend waren, für die wir aber mit viel Aufmerksamkeit und spannenden Gesprächen belohnt wurden. Auch dieses Jahr gingen unsere Tragetaschen mit unserem Kampagnenmotto „Ich bin nicht behindert, ich WERDE behindert“ weg wie „warme Semmeln“. Rund 400 vor allem junge Besucher trugen sich für unseren Newsletter ein und hinterließen ihre Email-Adressen, um sich von uns ab sofort einmal im Monat in sozialrechtlichen Fragen auf den neusten Stand bringen zu lassen. Auch die kostenlose Sozialberatung durch unsere SoVD-Juristen wurde rege in Anspruch genommen. Und natürlich nahmen sich auch viele Politiker Zeit für einen Besuch an unserem Stand, der diesmal direkt neben dem Ausstellungsbereich der NRW-Landesregierung lag, die Wege waren also sehr kurz.

Mit Sozialminister Laumann konnten wir über die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und die Pläne der Landesregierung zum barrierefreien Bauen sprechen. Es soll in Kürze ein Fachgespräch mit dem Minister geben. Mit den NRW-Grünen kamen wir überein, dass ein Moratorium bei der Landesbauordnung nicht zu Verschlechterungen beim Wohnungsbau führen darf. Nun soll es im Landtag auf Antrag der Opposition (und entsprechend unserer Forderungen) eine Anhörung zum geplanten Moratorium geben. 

Bei der bisherigen Landesbehindertenbeauftragten Elisabeth Veldhues konnten wir uns mit einem Blumenstrauß für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken und lernten bei dieser Gelegenheit auch gleich die neue Beauftragte kennen. Gefreut haben wir uns auch darüber, dass fast der gesamte Landtagsausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales uns besuchte. Dadurch hatten wir Gelegenheit, uns für zahlreiche weitere Gespräche, die dann in Ruhe stattfinden sollen, schon einmal zu verabreden. Die Rehacare ist eben eine Messe, die nachhaltig wirkt und Menschen zusammenbringt. 

Ein Programmhighlight auf der Rehacare 2017 war die Lesung von Gaby Köster. Die Schauspielerin las Auszüge aus ihrem aktuellen Buch „Die Chefin“ und begeisterte ihr Publikum mit ihrem einmaligen Blick auf die Dinge. Die anschließende Fragerunde auf dem Rehacare-Forum konnten wir dazu nutzen, um uns endlich einmal ganz persönlich bei der beliebten Komikerin zu bedanken. Sie hatte uns 2016 bei unserer Kampagne mit einem Foto unterstützt, das sich rasend schnell im Internet verbreitete und unseren Kampf für gleichberechtigte Teilhabe damit dank Facebook und Co. noch viel bekannter machte. Unser Austausch mit Gaby Köster auf der Bühne schaffte es sogar in einen der offiziellen Filme der Rehacare. In wie fern sie sich denn „behindert fühle“ und wodurch eigentlich, wollte SoVD-Landespressesprecher Matthias Veit von ihr wissen. „Das kann ich Ihnen sagen! Sie fahren im Rollstuhl durch die Stadt und – is ja klar, plötzlich schreien die Leute Sie an. Denn wenn Sie im Rolli sitzen, dann hören Sie natürlich nicht gut!“ Gelächter im Publikum. Im Januar feiere ihr Schlaganfall zehnjähriges Jubiläum, so die Kölnerin. Wieder wird gelacht und applaudiert. Sie hat eben auch eine Botschaft neben ihrer Prominenz: Lasst Euch den Humor nicht nehmen, von nichts und niemandem. 

100 Jahre SoVD - Ministerpräsident Armin Laschet würdigte den Verband



Der NRW-Landesverband des SoVD (Sozialverband Deutschland) hat am 1. September 2017 sein 100-jähriges Bestehen im Rahmen eines Festakts im Düsseldorfer Capitol-Theater gefeiert. Ehrengast und Festredner der Veranstaltung war Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der dem Verband nicht nur Glückwünsche der Landesregierung überbrachte, sondern auch den Einsatz des SoVD für Teilhabe und sozialen Ausgleich würdigte:

„Seit 100 Jahren steht der Sozialverband Deutschland für soziale Teilhabe und gelebte Solidarität mit den Schwächeren und Hilfebedürftigen: Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige, Rentnerinnen und Rentner, Patientinnen und Patienten. Zeit seines Bestehens hat er sich darüber hinaus stets für Demokratie, Frieden und soziale Gerechtigkeit stark gemacht. Er ist damit ein unverzichtbarer Partner für die Politik und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land.“

Fast 200 Gäste nahmen an der Feierstunde teil, unter anderem rund 20 Abgeordnete des NRW-Landtags, sowie die Präsidenten mehrerer Sozialgerichte und hohe Vertreter weiterer Sozial- und Wohlfahrtsverbände. Der Landesvorsitzende des SoVD, Franz Schrewe, bedankte sich beim Ministerpräsidenten für dessen Würdigung der Verbandsarbeit. In seiner Rede hatte Schrewe zuvor einen sozialen Richtungswechsel auf Bundesebene gefordert. Auch die NRW-Landesregierung nahm er dabei in die Pflicht: „Bei der Inklusion in den Schulen jetzt auf die Pausentaste zu drücken“ wäre nicht nur nicht im Sinne der Kinder, „sondern mit Blick auf die verbindlichen Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention, gerade im Bereich Schule, wäre es schlichtweg rechtswidrig“. Der Landesvorsitzende forderte außerdem eine „offensive soziale Wohnungspolitik“, die unter anderem das Ziel haben müsse, dass sämtliche Neubauwohnungen auch von Rollstuhlfahrer genutzt werden können. Dabei und mit Blick auf das Thema Teilhabe wurde Schrewe grundsätzlich: „Was fehlt sind systematische Programme des Landes und der Kommunen, um Barrieren, die behinderte Menschen am selbstbestimmten Leben hindern, erstens zu registrieren und zweitens zu beseitigen.“

Das Manuskript der Rede von Franz Schrewe und ein Pressefoto stehen Ihnen zum Download bereit: www.sovd-nrw.de

 

Was ist der SoVD und warum lohnt sich die Mitgliedschaft?

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) setzt sich seit 100 Jahren für die Teilhabe-Rechte benachteiligter Menschen ein und ist der Politik als kritische Stimme ein fester Begriff. Der Verband hat sich von einer Organisation für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene zu einem modernen Dienstleistungsverband weiterentwickelt. Heute vertritt er die Rechte aller benachteiligten Bürgerinnen und Bürger, insbesondere die Interessen und Belange älterer, behinderter, pflegebedürftiger und sozial schwacher Menschen. Der SoVD NRW hat knapp 100 000 Mitglieder und berät diese kostenlos in 25 Geschäftsstellen in NRW. Die Juristinnen und Juristen beantworten dort Fragen rund um die Themen Rente, Pflege, Behinderung oder auch Sozialhilfe. Sie prüfen Ansprüche, helfen bei Anträgen, legen Widerspruch gegen negative oder falsche Bescheide ein und klagen falls nötig auch vor den Sozialgerichten. Auf diese Weise verhelfen wir unseren Mitgliedern zu ihrem Recht. 2016 haben wir 6538 Verfahren abgeschlossen und einen Betrag von 5 554 451,45 Euro erstritten. Die Erfolgsquote lag im NRW-Schnitt bei erfreulichen 52 Prozent, stellenweise auch deutlich höher. Die Mehrheit der Verfahren in NRW endete für die betroffenen SoVD-Mitglieder also positiv. Der Verband ist politisch unabhängig und finanziert sich und seine Sozialberatung fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Die Einzelmitgliedschaft im SoVD NRW kostet 6 Euro im Monat.

Fotos, Videos und Hintergründe zur 100-jährigen Geschichte des SoVD finden Sie auf
www.sovd.de/100




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