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Worum geht es am 5.Mai?

Interview mit Dr. Michael Spörke, Leiter der Abteilung Sozialpolitik im SoVD NRW

Herr Dr. Spörke, wie  kam es denn zu der Idee, zu Aktionen am 5. Mai aufzurufen? 

„Wir alle kennen doch die Probleme bei der Nutzung des ÖPNV. Und daher haben wir uns mit Umwelt- und Naturschutzverbänden, Gewerkschaften und weiteren Verbänden aus dem landesweiten Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW zusammengetan, um Handlungsdruck aufzubauen. Auch die Behindertenverbände unter dem Dach des Landesbehindertenrat NRW sind dabei. Am 5. Mai ist der Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und von daher ein perfektes Datum, um im Rahmen einer konzertierten Aktion auf diese Missstände hinzuweisen.

Und wie kann man sich da einbringen?

Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ob Demo, Infostand, Fachgespräche mit der Kommunalpolitik – jeder hat die Gelegenheit, sich vor Ort zu vernetzen, um auf die lokalen Probleme hinzuweisen. Wir gehen davon aus, dass viele Leute, die das Thema umtreibt, sich mit anderen zusammentun werden, um auch Kundgebungen und zum Beispiel eine Unterschriftenaktion zu organisieren. Wir wollen da bewusst keine Vorgaben machen. Die Betroffenen wissen, wo der Schuh drückt und haben im Übrigen selbst bestimmt genügend gute Ideen. Wir stehen aber als Ansprechpartner bereit, verschicken Muster-Pressemeldungen und tauschen uns auch auf Video-Konferenzen aus, geben Tipps und helfen bei Bedarf. Und wir helfen vor Ort auch bei der Koordination, etwa, wenn in ein und derselben Stadt mehrere Aktionen geplant sind, um den Aufwand zu minimieren und die Leute zusammenzubringen.

 

Welche Rolle spielen die sozialen Medien bei der Aktion?

Unser Aufruf trifft bereits auf ein riesiges Echo auf den Social-Media-Kanälen. Dort findet man auch ein Video, das wir vom SoVD NRW im Düsseldorfer Bahnverkehr gedreht haben. Sollte man sich auf jeden Fall anschauen, da wimmelt es von Barrieren – und da reden wir immerhin von der NRW-Landeshauptstadt. Jeder kann ja von der jeweiligen Aktion vor Ort Bilder machen – und diese Bilder, die am 5. Mai entstehen, werden auf Facebook und Co. natürlich ebenfalls die Runde machen. Das verschafft uns und dem Thema noch mehr Sichtbarkeit. Von daher leisten die sozialen Medien da einen wichtigen Beitrag.

Wie geht es nach dem 5. Mai dann weiter?

Zunächst mal wird es noch am 5. Mai selbst abends eine Veranstaltung in Gelsenkirchen geben, wo wir von den vielfältigen Aktionen vor Ort berichten werden, um auch zu verdeutlichen, wie groß das Problem ist und damit auch der Handlungsbedarf. Dort  werden wir die Politik mit den Problemen konfrontieren. Und selbstverständlich werden wir auch danach im Austausch mit der Landespolitik bleiben, damit das Reisen und Pendeln mit Bus und Bahn für viele Menschen nicht länger einem Abenteuer gleichkommt. Wir brauchen einen barrierefreien, gut ausgebauten und attraktiven ÖPNV – der Klimawandel wartet nicht auf uns, der kommt auch so.