Erwerbsminderungsrente – wenn Arbeiten nicht mehr geht

Thomas Köster war nie einer, der sich vor Arbeit gedrückt hat. Seit seinem 19. Lebensjahr stand er auf dem Bau, bei Hitze, Kälte, Wind. Doch nach zwei Operationen an der Wirbelsäule ging nichts mehr: Heben, Tragen, selbst langes Sitzen – alles wurde zur Qual. Der Wiedereinstieg nach der Reha scheiterte, er entwickelte aufgrund der chronischen Schmerzen zusätzlich eine Depression. Heute ist für Thomas klar: Arbeiten wie früher geht einfach nicht mehr.
In solchen Fällen kommt die Erwerbsminderungsrente ins Spiel. Sie springt ein, wenn die gesundheitliche Situation es dauerhaft unmöglich macht, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein, also auch nicht in einer leichten Tätigkeit wie etwa als Pförtner an einer Nebenpforte oder Museumsaufsicht. Wer weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, unabhängig von Ausbildung oder früherem Beruf, gilt als voll erwerbsgemindert. Bei drei bis unter sechs Stunden ist eine teilweise Erwerbsminderung möglich.
Doch der Weg zur Rente ist oft steinig. Zuerst zahlt nach sechs Wochen Krankheit mit Lohnfortzahlung die Krankenkasse das Krankengeld, maximal für 78 Wochen. Läuft es aus und ist eine Rückkehr in den Beruf nicht absehbar, greift die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung: Betroffene erhalten Arbeitslosengeld I, obwohl sie eigentlich nicht vermittelbar und teils in ungekündigter Anstellung sind – solange ein Rentenantrag läuft.
Doch die Antragstellung ist anspruchsvoll: Medizinische Unterlagen, Gutachten, Versicherungszeiten – alles muss stimmen. Und selbst wenn alles eingereicht ist, wird fast jeder zweite Antrag zunächst abgelehnt. Auch Thomas bekam erst einen ablehnenden Bescheid. Erst mit Unterstützung konnte er erfolgreich Widerspruch einlegen.
Gerade deshalb ist gute Beratung entscheidend. Der SoVD hilft beim Ausfüllen der Anträge, prüft Gutachten und begleitet durch das Widerspruchs- oder Klageverfahren.
Denn wer nicht mehr kann, soll nicht auch noch kämpfen müssen, sondern das bekommen, was ihm zusteht: Sicherheit, Würde und ein Stück Zukunft.