Wenn das Gehalt nicht reicht – Aufstockung durch Bürger- oder Wohngeld

Nina Hartmann lebt mit ihrer Tochter allein. Nach der Trennung vom Vater des Kindes musste sie ihre Stelle im Einzelhandel auf Teilzeit reduzieren. Eine Betreuung am Nachmittag war lange nicht zu finden, und allein schafft sie Arbeit und Kind nur mit viel Organisation. Trotz aller Mühe: Ihr Gehalt reicht nicht, um Miete, Strom und den Einkauf zu decken. Am Monatsende wird es regelmäßig knapp.
Was viele nicht wissen: Auch wer arbeitet, kann Anspruch auf Unterstützung haben. Bei Nina war es zunächst das Bürgergeld, das ihre Einkünfte ergänzte. Sie musste ihren Job dafür nicht aufgeben. Das Jobcenter prüft Einkommen und Vermögen, berücksichtigt aber Freibeträge – z.?B. für Erwerbseinkommen, Altersvorsorge oder ein kleines Auto. Ziel ist, den Lebensunterhalt zu sichern, ohne den Anreiz zur Arbeit zu nehmen.
Nach einiger Zeit bekam Nina einen festen Betreuungsplatz für ihre Tochter. Sie konnte mehr Stunden arbeiten, wodurch ihr Einkommen stieg. Nun entfiel der Anspruch auf Bürgergeld, doch die Miete blieb hoch. Die Lösung: Wohngeld. Dieser Mietzuschuss richtet sich nach Einkommen, Miethöhe und Haushaltsgröße. Anders als beim Bürgergeld ist die Vermögensgrenze deutlich höher, sodass auch Angespartes nicht direkt verbraucht werden muss und auch Menschen, die knapp über der Bürgergeld-Grenze verdienen, können profitieren.
Der Antrag ist bürokratisch, aber machbar. Viele Betroffene schrecken aus Unwissenheit oder Stolz davor zurück – dabei ist es ein Rechtsanspruch, kein Almosen. Vor der Beantragung von Wohngeld lohnt sich der Blick auf den Wohngeldrechner – hier erhält man eine erste Einschätzung, ob und in welcher Höhe Wohngeld gezahlt werden kann. Auch die anschließende Beantragung kann online erfolgen. Wer den Überblick verliert, kann sich beraten lassen. Gerade bei wechselnden Lebenssituationen hilft eine gute Begleitung.
Der SoVD unterstützt dabei, die passende Leistung zu finden, Anträge korrekt zu stellen und gegen unrechtmäßige Ablehnungen vorzugehen.
Denn wer jeden Tag alles gibt, soll nicht trotzdem am Limit leben – sondern die Hilfe bekommen, die er verdient.