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Pressemitteilung vom 5.05.08

Düsseldorf

'Eine Schule für alle' jetzt umsetzen

Aus Anlass des heutigen Europäischen Protesttages zur Gleichstellung behinderter Menschen erklärt die SoVD-Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Marianne Saarholz:

 

„Der Sozialverband Deutschland fordert einen Richtungswechsel in der nordrhein-westfälischen Bildungspolitik. Kinder dürfen aus dem Regelschulsystem nicht länger ausgegrenzt werden, weil sie sozial benachteiligt oder behindert sind. Alle Kinder haben ein Recht auf gemeinsames Lernen in einer Schule. Nordrhein-Westfalen muss endlich die Weichen für eine inklusive (das heißt alle einbeziehende) Bildungspolitik stellen. Der sonderpädagogische Förder- und Unterstützungsbedarf muss zu den Kindern in die Regelschule kommen und nicht umgekehrt. Zudem müssen die Bildungseinrichtungen barrierefrei gestaltet sein, damit sie für alle zugänglich sind.

In Nordrhein-Westfalen besuchen neun von zehn Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf so genannte Sonder- bzw. Förderschulen und nicht die allgemeinen Regelschulen. Die Integrationsquote beträgt damit lediglich etwa zehn Prozent. In den europäischen Nachbarländern liegt die Integrationsquote bei 60 bis 80 Prozent. Sonderschulen wurden dort weitestgehend abgeschafft.

Mit der geringen Integrationsquote steht die nordrhein-westfälische Bildungspolitik auch im Widerspruch zur UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen, die am 3. Mai in Kraft getreten ist. Artikel 24 verpflichtet alle Vertragsstaaten, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen. Die UN-Konvention wurde von Deutschland bereits unterzeichnet. Sie muss aber noch ratifiziert werden.“

 




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