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Frauenarmut im Blick

Am 15.05.2017 empfing die Landesfrauensprecherin gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen aus dem Frauenpolitischen Ausschuss rund 85 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben den Frauensprecherinnen aus den Kreisen und Bezirken, folgten auch Gleichstellungsbeauftragte und Vertreterinnen von weiteren Frauenorganisationen der Einladung. Sie erlebten ein vielseitiges Vortrags- und Diskussionsprogramm, das die Vielschichtigkeit des Themas beleuchtete. Durch das Programm führten Jutta König und Michaela Quirin.

Zum Auftakt machte Jutta König den Kern des Problems deutlich: „Wir Frauen im SoVD setzen uns seit Beginn für die Gleichstellung von Mann und Frau ein. Armut von Frauen zeigt aber deutlich: Wir haben in Deutschland keine tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann. Obwohl die Gleichstellung im Grundgesetz verankert ist. Unsere Gesellschaft, unser Rollenverständnis und die Politik begünstigen die systematische Benachteiligung von Frauen. Diese endet häufig in der Armutsfalle.“ Dies betonte auch Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack in ihrem Grußwort. Sie beschrieb, dass Frauen mit und ohne Behinderung auf vielfältige Weise auch heute noch benachteiligt werden. Der Landesvorsitzende Franz Schrewe hob in seinem Grußwort das seit nunmehr als 100 Jahren währende Engagement der Frauen im SoVD hervor. Diese setzten sich schon seit Beginn für Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit ein.

Als Showeinlage trat die Künstlerin Esther Münch auf. Sie erzählte mit viel Witz und Charme hautnah aus dem Alltag als Reinigungskraft und sorgte mit ihrem Auftritt für eine super Stimmung. Über arbeitsreiche Frauenleben, an deren Ende dennoch die Altersarmut drohe, wusste auch Stefanie Baranski-Müller zu berichten. Als Bezirks-Frauen-Sekretärin des DGB NRW erinnerte sie daran, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen an die Bedürfnisse von Frauen angepasst werden müssen und nicht umgekehrt. Denn es seien keine Einzelschicksale, die Frauen in die Armut und Altersarmut bringe, sondern Frauenarmut habe System. Im zweiten Vortrag der Veranstaltung wurde die Situation von Frauen mit Behinderung beleuchtet. Reinhild Velthaus-Clarke vom NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischen Erkrankung NRW warf die Frage auf, ob Alltagsarmut bei Frauen mit Behinderung vorprogrammiert sei. Trotz vieler positiver Beispiele für gelungene Inklusion im Arbeitsleben, machte Velthaus-Clarke deutlich, dass Frauen mit Behinderung nicht nur finanziell erhöht armutsgefährdet sind. Auch die Teilhabe in gesellschaftlich wichtigen Bereichen sei eingeschränkt oder nicht vorhanden. Insofern gilt für alle Frauen, egal ob mit oder ohne Behinderung: Frauenarmut hat System. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten sich Stefanie Baranski-Müller, Reinhild Velthaus-Clarke, Jutta König, Edda Schliepack und Susanne Langhagel den Fragen des Publikums. „Neben den informativen Vorträgen war die Frauenkonferenz durch einen stetigen Austausch untereinander geprägt war. Die Einbindung des Publikums hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern besonders gefallen. Zudem wurden heute sicherlich viele neue Impulse für die Arbeit der Frauen vor Ort gegeben.“, so Jutta König.

Von Links: Esther Münch als Reinigungsfachkraft Walli, Stefanie Baranski-Müller (Bezirks-Frauen-Sekretärin DGB NRW), Reinhild Velthaus-Clarke (NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW), Jutta König (Landesfrauensprecherin SoVD NRW e.V.), Michaela Quirin (Frauen- und Jugendpolitik SoVD NRW e.V.), Edda Schliepack (Bundesfrauensprecherin SoVD e.V.), Susanne Langhagel (Landesfrauensprecherin SoVD Hamburg e.V.), Franz Schrewe (Landesvorsitzender SoVD NRW e.V.)



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