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Interview mit Reinhard Birkner, Patientenvertreter aus Essen

Warum engagiert man sich als Patientenvertreter und was macht man da eigentlich? Wir haben Reinhard Birkner aus Essen nach seinen Erfahrungen gefragt. 

Das ganze Interview als PDF

Trauer um Eduard Roncari

Wir trauern um Eduard Roncari

Der Landesverband NRW und der gesamte SoVD trauern um Eduard Roncari, unseren 2. Landesvorsitzenden. Er ist am 17. Oktober im Alter von 76 Jahren gestorben. Damit müssen wir Abschied nehmen von einem lieben Menschen, der den Verband über Jahrzehnte geprägt hat. Er war ein Stück SoVD-Geschichte und ist es noch, wird es für immer bleiben. Bereits 1963 war Roncari in den Verband eingetreten und wurde zunächst auf Ortsverbandsebene aktiv. Seit 1966 gehörte er dann bereits dem Vorstand des Bezirks Mülheim-Oberhausen an, an dessen Spitze er von 2001 bis zuletzt stand. Seit einer missglückten Bandscheiben-OP war Eduard Roncari berufsunfähig, doch das hinderte ihn nicht daran, sich nach Kräften für andere Menschen einzusetzen. Zu diesem Zweck arbeite sich der gelernte Süßwarenfabrikant in eine ihm völlig fremde Materie ein und studierte Paragraphen und Gesetzestexte rund um das Sozialrecht. Das befähigte ihn dazu, sich von 1982 bis 2012 – also 30 Jahre lang – als Sozialberater ehrenamtlich zu engagieren. Auf diese Weise konnte er unzählige Menschen unterstützen und sie aus zum Teil sehr schwierigen Situationen befreien. Zusammen gerechnet wurden in seiner Zeit im Bezirk Mülheim-Oberhausen 8,1 Mio. Mark erstritten, umgerechnet über 4,1 Mio. Euro. Für diese herausragende Leistung wurde er 2006 im Rittersaal von Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr mit der vom Bundespräsidenten Horst Köhler verliehenen Verdienstmedaille (Verdienstorden der BRD) ausgezeichnet.

Beim NRW-Festakt anlässlich des 100-jährigen Bestehens des SoVD überreichten SoVD-Präsident Adolf Bauer und Vize-Präsidentin Renate Falk Herrn Roncari eine Ehrenmedaille für seine Verdienste. Wir trauern nun um einen Menschen, der den SoVD geprägt hat, wie kaum ein anderer. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind nun bei ganz bei seiner Familie, der wir auf diesem Wege viel Kraft wünschen.

Impressionen von der Rehacare 2018

Vom 26. Bis 29. September fand in Düsseldorf die Rehacare 2018 statt. Wir haben in der September-Ausgabe der SoVD-Zeitung bereits über die Bedeutung dieser Fachmesse berichtet. Auch dieses Jahr wurde der SoVD durch seinen NRW-Landesverband auf einem großen und attraktiven Messestand in Halle 3 repräsentiert. Hunderte Menschen besuchten uns dort, informierten sich über die Angebote des Sozialverbands Deutschland oder baten um konkrete Beratung in sozialrechtlichen Fragen. Unser Juristen-Team (Claudia Heinzen, Jens Eschmann, Janina Wenzel und Renate Brünig) konnte in vielen Fällen weiterhelfen. Auch dieses Jahr wurden uns die mit Informationsmaterial und nützlichen „Give-aways“ (Geschenken) prall gefüllten Taschen mit der Aufschrift „Ich bin nicht behindert, ich WERDE behindert“ förmlich aus der Hand gerissen, wir kamen manchmal kaum hinterher, was das Packen angeht.

Auch unsere Postkarten-Aktion mit dem Slogan „Sie haben meinen Parkplatz, möchten Sie auch meine Behinderung?“ kam sehr gut an. Nach drei Tagen blieb nur noch ein Karton mit diesen Karten übrig – und den brachte Dr. Michael Spörke, der Leiter unserer Abteilung Sozialpolitik dann höchstpersönlich noch unter die Leute und machte in seinem Rollstuhl eine Tour durch alle Messehallen. Engagement und Teamgeist standen für die SoVD-Crew an den vier intensiven Messetagen eben im Vordergrund. Die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern und „Würdenträgern“ und dem Team aus der Landesgeschäftsstelle um Landesgeschäftsführer Markus Gerdes war klasse.

Ein besonderes Highlight war eine Foto-Aktion im Auftrag des SoVD-Bundesverbands, bei der Landespressesprecher Matthias Veit quasi Regie führte und Kommandos gab wie zum Beispiel „Das R muss höher, das G und das E müssen noch tauschen und das FÜR muss komplett nach vorne!“ Klingt sehr merkwürdig, macht aber Sinn sobald man weiß, dass es hier darum ging, die Forderung „Gleiche Mütterrente für alle!“ auf ein einziges Foto zu bannen. Und das hat bei bester Stimmung am Stand dann auch in weniger als einer Minute funktioniert. Das Foto (bei dem plötzlich ein „E“ fehlte, aber das reichen wir nach) „wandert“ seitdem durch die sozialen Medien wie Facebook und Twitter und wird fleißig weiter verbreitet, quasi als Countdown zum offiziellen 100-jährigen Jubiläum der Frauen im Verband. Die können seit 1919 Mitglied werden und sorgen seitdem dafür, dass die Frauenpolitik (und die Rentenpolitik gehört selbstverständlich dazu) nicht zu kurz kommt.

Was die sozialen Medien angeht, gab es aber noch mehr zu feiern: wir haben bei Facebook inzwischen die 3000er-Marke überschritten! Das bedeutet: Über 3000 Menschen haben unsere Präsenz dort abonniert und verfolgen die Aktivitäten des Verbands auf diesem Wege, schauen sich Videos und Fotos an, teilen unsere Forderungen und vieles mehr . Dafür haben wir uns mit einem lustigen „Daumen-hoch-und-weiter-so!“-Foto bedankt. Wie auf diesem Foto zu sehen ist, hatten wir am Messestand wieder Verstärkung vom Berufsbildungswerk Bremen. Unter Anleitung von Alex Zinke kümmerten sich Kathrin Weidemann, Celina Pahlke und Jasmin Schinke um leckere Cocktails für alle Besucher und machten den Messestand des SoVD so zu einer ganz besonderen Attraktion. So ein Messerundgang macht schließlich durstig. Viele Besucher hinterließen dankbar ihre Email-Adresse und erhalten in Zukunft einmal im Montag den Newsletter des SoVD NRW.  

Von der insgesamt sehr ungezwungenen und lockeren Atmosphäre profitierten auch die Fachgespräche an unserem Messestand. Beim Besuch von Sozialminister Karl-Josef Laumann und seinem Staatssekretär hätte die Stimmung am Tisch nicht besser sein können. Auch der gesamte Landtagsausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales war sehr offen für die Anliegen des SoVD und blieben deutlich länger zum Austausch als ursprünglich geplant. Sie ist und bleibt eben ein wichtiges Forum, diese jährlich stattfindende Fachmesse - und wir freuen uns schon auf neue Begegnungen und gute Gespräche auf der Rehacare 2019.

Gleiche Mütterrente für alle! Eine bundesweite Kampagne des SoVD

Schon seit langem setzen sich (vor allem) die Frauen im SoVD für eine gerechte Mütterrente ein. Der SoVD fordert, die Ungleichbehandlung bei den Kindererziehungszeiten in Ost und West zu beenden. Zudem sollten Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, nicht länger bei der Rente benachteiligt werden. Eine weitere Forderung ist es, die Mütterrente nicht länger aus der Rentenkasse zu finanzieren. Aus unserer Sicht ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, eine gerechte Mütterrente zu gewährleisten.

Die Gesetzeslage ist, dass Mütter und Väter, deren Kinder nach 1992 geboren wurden, pro Kind drei Jahre Kindererziehungszeiten anerkannt bekommen. Bei Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, wurden bisher nur zwei Jahre anerkannt. Neu ist nun, dass künftig alle Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, pro Kind einen zusätzlichen halben Rentenpunkt bekommen. Dies macht insgesamt zweieinhalb Punkte pro Kind, während jüngere Mütter drei Punkte pro Kind anerkannt bekommen. Eine Gleichbehandlung der Kindererziehungszeiten in Ost und West findet wieder nicht statt.

Wir fordern daher mit aller Kraft eine sozial gerechte Lösung, die letztlich nur mit der Gleichbehandlung von Kindererziehungszeiten vor und nach 1992 hergestellt werden kann und folgerichtig mit Mitteln des Bundes finanziert wird!

Wir fordern nach wie vor eine Gleichbehandlung der Kindererziehungsleistung in Ost und West ein!

Uns fehlte bei der Aufnahme des Fotos ein "E". Der Grund: Menschliches Versagen.
Zum Glück (?) gibt es Photoshop!

Netter Versuch, liebe Krankenkasse - Wie Michael Spörke doch noch zu seinem neuen Wunsch-Rollstuhl kam

Michael Spörke

Ein Jahr lang lag er im Clinch mit seiner Krankenkasse – erst dann bekam Dr. Michael Spörke ein geeignetes Rollstuhl-Modell, das ihm Mobilität und Lebensqualität sichert. Die Kasse wollte aber nur ein sehr einfaches Modell ausliefern. Am Ende erhielt er dann aber doch noch seinen Wunsch-Rollstuhl. Wir sprachen mit Michael Spörke über die Hintergründe.

Interview mit Dr. Michael Spörke, Leiter Abteilung Sozialpolitik in der Landesgeschäftsstelle „Unsicherheit wird von den Kostenträgern ausgenutzt“

Breites Bündnis für inklusive Bildung in NRW gegründet

Organisationen von Schülern, Eltern, Lehrern und Menschen mit Behinderung fordern gemeinsam mit den Sozialverbänden konkrete wirksame Maßnahmen für den Aufbau eines inklusiven Schulsystems. Auf der Pressekonferenz im Landtag kündigten Sprecher*innen des Bündnisses an, die Schulpolitik der Landesregierung in Hinblick auf Inklusion fortan genau zu beobachten und zu kommentieren. Sie forderten einen konkreten und schlüssigen Maßnahmen- und Stufenplan, wie aus dem lückenhaften und zum Teil qualitativ unzureichenden Angebot des Gemeinsamen Lernens ein inklusives Schulsystem aufgebaut werden soll. Gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung müsse selbstverständlich werden

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Der SoVD beim Deutschen Seniorentag

 

Es gibt ihn seit 1987 und er ist einer der wichtigsten Veranstaltungen des Landes, wenn es um die Belange älterer Menschen geht: Der Deutsche Seniorentag. Alle drei Jahre findet er statt und dieses Jahr war es wieder so weit: Vom 28. bis 30. Mai konnten sich tausende Besucher in den Dortmunder Westfalenhallen zu den unterschiedlichsten Themen informieren, beraten und inspirieren lassen. Nicht nur Verbände und Vereine präsentierten sich, auch Firmen und Unternehmen waren zahlreich vertreten. Barrierefreie Reisen, Medizinprodukte, Computerspiele für Senioren (und die ganze Familie), Gesundheit, Pflege, aber auch Wohnkomfort, Freizeitmöglichkeiten, Sportangebote - das Angebot war wirklich abwechslungsreich.

Eröffnet wurde die Messe von Franz Müntefering, dem Vorsitzenden der BAGSO, die den Seniorentag ausrichtet. BAGSO, das ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, unter deren Dach sich über 100 Verbände versammelt haben, unter anderem auch der Sozialverband Deutschland.  Und selbstverständlich war auch der SoVD wichtiger Bestandteil des Messe-Angebotes und mit seinem zentralen Stand in Halle 3 (direkt gegenüber dem Stand der NRW-Landesregierung) für die Besucherinnen und Besucher auch kaum zu übersehen.  Hunderte Interessierte kamen an unseren Stand und hatten ein offenes Ohr für unsere Informationen. Die Gespräche, die sich dabei ergaben, waren zahlreich und vielfältig. Mal ging es um die traditionsreiche Geschichte unseres Verbandes, oft aber auch über die ganz praktischen Vorteile einer Mitgliedschaft im SoVD. Einige Besucher hatten auch – mal abgesehen davon, dass fast alle eine SoVD-Tasche haben wollten – ganz konkrete Anliegen und ließen sich zum Beispiel durch unseren Juristen Holger Friedberg (Hamm-Unna) unverbindlich in sozialrechtlichen Fragen beraten. Manche hatten auch Auch etliche prominente Gäste und Dialogpartner erwiesen uns am Stand die Ehre, so etwa der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering, die Landesbehindertenbeauftragte Claudia Middendorf, die ehemalige NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann, dessen Get-together am Stand der Landesregierung aufgrund des Austauschs mit uns sogar ein paar Minuten später begann.

Zu den Ehrengästen des Deutschen Seniorentags gehörte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, der in seiner Festrede betonte,  dass die Politik dazu verpflichtet sei, „dafür zu sorgen, dass auch im Alter für alle ein würdiges Leben möglich ist“.  Er betonte auch das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger und bedankte sich bei allen, die bereit seien, sich für andere einzusetzen. Auch auf das große Thema Pflege ging der Bundespräsident ein und forderte in diesem Zusammenhang, dass die pflegenden Berufe endlich die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen („Ich hoffe, dass das Wort ‚Pflegenotstand‘ nicht dauerhaft zum deutschen Sprachgebrauch gehören muss").

Natürlich wurde auch viel diskutiert. In dem abwechslungsreichen Veranstaltungskalender mit insgesamt mehr als 200 Programmpunkten war der SoVD mit einem eigenen Beitrag vertreten: Die Podiumsdiskussion „Prävention & Rehabilitation vor und bei Pflege – So kommen Sie zu Ihrem Recht“ wurde dabei von Dieter Voss geleitet, dem neuen Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses des SoVD (Bund) und war gut besucht, unter anderem auch von vielen SoVD-Aktiven aus NRW. Voss diskutierte mit ausgewählten Fachleuten aus der Pflegebranche und führte souverän durch die Debatte, an der sich auch etliche Zuschauer beteiligten.

Barrierefreiheit darf nicht zur leeren Worthülse verkommen!

Die Sozialverbände VdK NRW, SoVD NRW und die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben NRW e.V. haben mit deutlichen Worten die mangelhaften Pläne der Landesregierung zur Barrierefreiheit in Wohngebäuden und öffentlich zugänglichen Gebäuden kritisiert. Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen ist nicht zuletzt angesichts der demografischen Entwicklung hoch und wächst zunehmend. Vor diesem Hintergrund bemängeln die Vorsitzenden Horst Vöge (VdK NRW), Franz Schrewe (SoVD NRW) und Horst Ladenberger (ISL NRW), dass die geplanten Regelungen im Entwurf für ein Baurechtsmodernisierungsgesetz statt verbesserten Grundlagen sogar Verschlechterungen mit sich bringen würden.
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Fakten-Blatt zu unserer Kritik 




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