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Girls´ Day 2018

Jutta König, Landesfrauensprecherin des SoVD NRW e.V.

Der heutige Aktionstag „Girls´ Day“ findet traditionell am vierten Donnerstag im April statt. Der Tag soll der geschlechtersensiblen Berufsorientierung dienen. Mädchen sollen unabhängig von bestimmten Rollenerwartungen ihre Berufswahl und ihr Berufsleben gestalten können. So haben Schülerinnen heute die Möglichkeit in einen Ausbildungs- und Studienberuf der sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) reinzuschnuppern.

In der Zukunft möchte das Land Nordrhein-Westfalen Frauen in „Männerberufe“ und Männer in „Frauenberufe“ fördern. Ein Aktionstag im Jahr erscheint dafür jedoch nicht ausreichend. In Baden-Württemberg ist aus den Aktionstagen jeweils ein ganzjähriges Angebot mit der Girls´ Day Akademie und der Boys´ Day Akademie entstanden. Dies soll nun auf Nordrhein-Westfalen übertragen werden.

Dazu die Landesfrauensprecherin Jutta König: „Der SoVD sieht Frauen über ihren gesamten beruflichen Lebensweg benachteiligt. Diese Benachteiligung beginnt bereits bei der Berufswahl. Mädchen interessieren sich stärker für soziale Berufe, die traditionell schlechter bezahlt werden. Hinzu kommt, dass diese Ausbildungsberufe oft nicht vergütet werden und die Kosten der Ausbildung von den Auszubildenden getragen werden. Der SoVD fordert die gleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Tätigkeiten und eine Neubewertung frauentypischer Berufe.

Die Weiterentwicklung der Aktionstage in Akademien mit einem ganzjährigen Angebot ist ein guter erster Schritt, Mädchen und Jungen hinsichtlich ihrer Berufswahl zu unterstützen und in „männertypischen“ bzw. „frauentypischen“ Berufen zu fördern. Jedoch muss beachtet werden, dass nach dem Vorbild in Baden-Württemberg, Jungen in „frauentypischen“ Berufen und Mädchen in „männertypischen“ Berufen gefördert werden sollen. Allerdings soll die Berufswahl fernab von Rollenklischees getroffen werden, mit dem Girls´ oder Boys´ Day werden aber gerade diese traditionellen Rollenbilder bedient – nur umgekehrt. Mädchen und Jungen sollen selbstbestimmt über ihre Berufswahl und ihr Berufsleben bestimmen. Die Einblicke während des Girls´ Day und des Boys´ Day beschränken sich jedoch auf die rollenuntypischen Berufsbilder. Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes sollten auch Angebote für Mädchen und Jungen gemacht werden, die auch andere Berufsbilder umfassen.  Ein Gesamtkonzept für die Gleichstellung von Mann und Frau würde auch weitere Ansätze wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit und auch eine Neubewertung der frauentypischen Berufe beinhalten. Eine Neubewertung und Aufwertung der sozialen Berufe würde dann auch dazu führen, dass mehr Jungen und Männer diese Berufe wählen.“




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